Frei#  Blutung in Verbindung mit Koagulapathie ist die häufigste Ursache der vermeidbaren Todesfälle bei Trauma-Patienten im Krankenhaus. Bei diesen Patienten werden die einzelnen Blut-Bestandteile nach Laborkontrolle und Bedarf gegeben: Erythrozyten-Konzentrat EK (bei starker Hb-Abfall), Thrombozyten-Konzentrat TK (<50.000), Plasma-Gerinnungs-Bestandteile als PPP (INR>1.8).

Als Alternative dient das 1:1:1-Transfusions-Protokoll. Bei diesem Protokoll werden alle drei Transfusions-Bestandteile (EK, TK, PPP) den Trauma-Patienten zu Beginn, ohne die Labor-Werte zu kennen, in einer fixen Kombination gegeben. Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift CMAJ verglich bei Polytrauma-Patienten die Bedarf-orientierte Transfusion-Strategie mit dem 1:1:1-Transfusions-Protokoll.

Insgesamt 78 Patienten mit schwerem Polytrauma, die in Kanada in einem tertiären Trauma-Zentrum zwischen 2009 und 2011 behandelt wurden, in die Studie involviert. Alle Patienten hatten zudem Hypotension und Blutungen, brauchten zu Therapie-Beginn vermutlich Transfusionen (> 10 EKs in 24St.) . Die Teilnehmer wurden dann entweder für 1:1:1-Tranfusions-Protokoll-Gruppe (Interventions-Gruppe) oder für Transfusion-Nach-Labor-Gruppe (Kontroll-Gruppe) randomisiert.

In der Interventions-Gruppe war der Plasma-Verbrauch wesentlich höher als in der Kontrollgruppe (22% vs. 10% FP-Units). Die 28-Tage-Mortalität und Tage ohne ARDS war in beiden Gruppen vergleichbar.

Fazit: Die fixe 1:1:1-Transfusions-Protokoll war in der Studie durchführbar, war jedoch mit einem unnötig erhöhten FPP-Verbrauch assoziiert, ohne einen Überlebensvorteil gegenüber der bedarfsorientierten Transfusion-Nach-Labor-Strategie anzubieten.

Simple-trade-Anmerkung: Anscheinend brauchen diese Patienten mit schwerer Polytrauma, Hypotension und Blutungen auf jeden Fall Erythrozytenkonzentrate (EK) und möglicherweise auch Thrombozyten (TK). Demnach könnten die Plasma-Gerinnungsbestandteile als FPP tatsächlich nach Labor verabreicht werden, während EK und möglicherweise TK direkt zu Beginn ohne Kenntnis der Labor-Werte gegeben werden könnten.

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