Eine Meta-Analyse in „Annals of Internal Medicine" widmete sich der Frage nach der Wirksamkeit einzelner Medikamente zur Therapie der schmerzhaften diabetischen Neuropathie (1). Die Autoren fanden in Medizindatenbanken 65 randomisierten Studien zum Thema von 2007 bis 2014. In den Studien wurden insgesamt 12.632 Patienten mit 27 Medikamenten evaluiert. Die Ergebnisse:

Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer [SNRI; in Deutschland häufig Venlafaxin (Trevilor®), topisches Capsaicin (wie transdermales Capsaicin Qutenza®), triyzklische Antidepressiva (TZA) und Antiepileptika reduzierten neuropathische Schmerzen wirksamer als Placebo.

In neun Studien waren weiterhin SNRIs und triyzklische Antidepressiva wirksamer als Antikonvulsiva und topisches Capsaicin.

Als spezifische Medikamente waren Carbamazepin, Venlafaxin, Duloxetin und Amitriptylin im Vergleich zu Placebo besonders effektiv.

Die Art der Nebenwirkungen der einzelnen Medikamente war unterschiedlich, wenn auch bei fast allen Nebenwirkungen auftraten: Von Schläfrigkeit und Schwindel unter TZA, NSRI und Antiepileptika bis „Brennen" und Ödeme unter Capsaicin und Pregabalin.

Fazit: Mehrere Medikamente können zur Kurzzeit-Therapie der schmerzhaften diabetischen Neuropathie eingesetzt werden, wenn auch deren vergleichende Wirksamkeit noch unklar ist.

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