Die Dauer der dualen Antithrombozytentherapie (DAPT; ASS + Clodigoprel und Co.) nach Koronarstent-Anlage wird derzeit kontrovers diskutiert. Zu dem Thema sind aktuelle mehrere Studien erschienen, die teilweise unterschiedliche Ergebnisse bringen.

Im Oktober 2014 hatten wir eine ARCTIC-Interruption-Studie (1) in Lancet vorgestellt, die gezeigt hatte, dass eher Nachteile aus einer Verlängerung der dualen Thrombozytenhemmung über ein Jahr nach Implantation eines medikamentenfreisetzenden Koronarstent (DES) resultieren. Das negative Nutzen/Schäden-Verhältnis war hauptsächlich auf die erhöhte Rate der starken Blutungen im zweiten Jahr zurückzuführen. Hochrisikopatienten konnten in die Randomisierung nicht involviert werden, so dass zu denen die Studie keine Aussage machen konnte.

Inzwischen wurde eine weitere große randomisierte Studie (2) im November 2014 in NEJM publiziert, die eine verlängerte DAPT von 12 auf 30 Monate untersuchte. Die Ergebnisse zeigten, dass eine verlängerte DAPT über 12 Monate hinaus bei Patienten mit DES die Rate der Stentthrombosen und schwere kardio- und cerebrovaskuläre Komplikationen verringern kann. Aber auch hier war die DAPT-Verlängerung mit einem erhöhten Blutungsrisiko assoziiert. Des Weiteren war die allgemeine Sterberate unter der Verlängerung unerwartet höher als in der 1-Jahr-DAPT-Gruppe, in der die Patienten nach einem Jahr lediglich ASS einnahmen (2% vs. 1.5%).

Eine aktuelle Meta-Analyse (3) von 14 randomisierten Studien, die im November 2014 in Lancet erschienen ist, kommt zu der Schlussfolgerung, dass eine verlängerte DAPT (> 12 Monate) verglichen mit ASS-Monotherapie oder verkürzter DAPT nicht mit einer niedrigeren kardiovaskulären Morbidität oder Mortalität assoziiert ist.

Simple-trade-Anmerkung: Bei der Entscheidungsfindung zur Dauer der dualen Antithrombozytentherapie (DAPT) nach Koronarstent bedarf es anscheinend eine individuelle Vorgehensweise zur Auswahl der Patienten, bei welchen eine kürzere und bei welchen eine längere DAPT notwendig ist. Dazu könnten die vorhandenden Scores zur Abschätzung des Risikos für kardiovaskuläre Komplikationen und Blutungen behilflich sein. Vereinfacht gesagt würden kardiovaskuläre Hochrisiko-Patienten für eine verlängerte und Patienten mit einem erhöhten Blutungsrisiko eher für verkürzte DAPT in Frage kommen. Unten stellen wir verschiedene Scores zur Abschätzung des Herzinfarkt- und Blutungs-Risikos vor (4, 5). Letztendlich sind die Fachgesellschaften mit dieser Fragestellung gefordert, sie sollten den behandelnden Ärzten praktische Leitlinien an die Hand geben, die die Entscheidungsfindung erleichtern.

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5-Antikoagulation bei Vorhofflimmern: Vergleich der Blutungsrisiko-Score-Systeme HAS-BLED und ATRIA, 22.02.2013

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