Hintergrund: Eine frühzeitige enterale Ernährung über eine transnasale Magensonde wird oft bei Patienten mit schwerer akuter Pankreatitis angewendet, um vom Darm ausgehende Infektionen zu vermeiden, aber es gibt bisher wenige Daten, die dieses Vorgehen untermauern. Es wurde eine multizentrische, randomisierte Studie durchgeführt, die bei Patienten mit akuter Pankreatitis eine frühzeitige transnasale Sondenernährung innerhalb von 24 Stunden mit einer oralen Ernährung 72 Stunden nach Vorstellung in der Notaufnahme verglich.

Methoden: In die Studie wurden Patienten mit akuter Pankreatitis eingeschlossen, die ein hohes Komplikationsrisiko aufwiesen; auf Basis eines Acute Physiology and Chronic Health Evaluation II-Scores von 8 oder mehr Punkten (auf einer Skala von 0 bis 71, wobei höhere Werte einer schwereren Erkrankung entsprechen), eines Imrie oder modifizierten Glasgow-Scores von 3 oder mehr (auf einer Skala von 0 bis 8, wobei höhere Werte einer schwereren Erkrankung entsprechen) oder eines Serumspiegels des C-reaktiven Proteins von mehr als 150 mg pro Liter. Die Patienten wurden zufallsgemäß entweder der Ernährung über eine Nasensonde innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Randomisierung (frühe Gruppe) oder einer oralen Ernährung, die 72 Stunden nach der Vorstellung der Patienten begonnen wurde (Bedarfsgruppe), zugewiesen, wobei Sondenernährung auch dann gegeben wurde, wenn die orale Ernährung nicht vertragen wurde. Als primärer Endpunkt wurde eine größere Infektion (infektiöse Pankreasnekrose, Bakteriämie oder Pneumonie) oder der Tod während der 6 Monate des Nachbeobachtungszeitraumes festgelegt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 208 Patienten an 19 niederländischen Krankenhäusern in die Studie eingeschlossen. Der primäre Endpunkt (schwere Infektion) trat bei 30 von 101 Patienten (30%) in der frühen Gruppe und bei 28 von 104 (27%) in der Bedarfsgruppe auf. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen der frühen Gruppe und der Bedarfsgruppe bzgl. der Rate an größeren Infektionen (25% bzw. 26%) oder Todesfällen (11% bzw. 7%). In der Bedarfsgruppe vertrugen 72 der Patienten (69%) die orale Ernährung und benötigten somit keine Sondenernährung.

Fazit: In dieser Studie zeigte sich keine Überlegenheit einer frühen enteralen Ernährung mittels Nasensonde im Vergleich zu einer oralen Ernährung nach 72 Stunden in Bezug auf die Reduktion der Infektionsrate oder der Todesfälle bei Patienten mit akuter Pankreatitis mit hohem Komplikationsrisiko.

Anmerkung:  Erst wenn die Patienten nicht in der Lage sind, orale Nahrung zu sich zu nehmen, sollte der enteralen Sondenkost Vorzug gegeben werden.

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