Hintergrund: Lithium ist ein weit verbreitetes und hocheffektives Medikament bei affektiven Störungen, das jedoch bisher wenig beschriebene Nebenwirkungen an den Nieren und endokrinen Systemen verursacht. Ziel einer aktuellen Studie in "Lancet" war es, Daten aus dem Laborinformationssystem zu analysieren, um die Inzidenz von Nieren-, Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsendysfunktionen zu ermitteln, die mit einer Lithiumtherapie assoziiert sind.

Methoden: In einer retrospektiven Labordatenanalyse aus dem Oxford University Hospitals National Service Trust (Oxfordshire, UK) wurden Nieren-, Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsendysfunktionen bei Patienten (Alter ? 18 Jahre) untersucht, bei denen mindestens zwei Kreatinin-, TSH-, Kalzium-, HbA1c- oder Lithium-Bestimmungen zwischen dem 1. Oktober 1982 und dem 31. März 2014 vorgenommen worden waren, und mit Kontrollpersonen verglichen, die keine Lithium-Bestimmung hatten vornehmen lassen. Es wurden Überlebenszeitanalysen und Cox-Regression verwendet, um den Risikoquotienten (hazard ratio, HR) für jedes Ereignis mit den Kovariaten Lithiumanwendung, Alter, Geschlecht und Diabetes abzuschätzen.

Ergebnisse: Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Diabetes war das Vorhandensein von Lithium im Serum mit einem erhöhten Risiko für eine chronische Niereninsuffizienz dritten Grades, Hypothyreose und eine erhöhte Gesamtkalziumkonzentration im Serum assoziiert, jedoch nicht mit einem Hyperparathyreoidismus oder einer erhöhten korrigierten Kalziumkonzentration. Frauen hatten ein höheres Risiko für die Entwicklung von Störungen der Nieren oder Schilddrüse als Männer, wobei jüngere Frauen ein höheres Risiko als ältere Frauen hatten. Die Nebenwirkungen traten schon früh im Behandlungsverlauf auf (HR < 1 für die Dauer der Lithiumtherapie). Lithiumkonzentrationen, die höher als der Medianwert lagen, waren mit einem erhöhten Risiko für alle Nebenwirkungen assoziiert.

Fazit: Die Lithiumtherapie ist mit einer Verminderung der Nierenfunktion, Hypothyreose und Hyperkalzämie assoziiert. Frauen unter 60 Jahren und Menschen mit Lithiumkonzentrationen über dem Medianwert haben das höchste Risiko.

Da Lithium das Mittel der Wahl bei bipolaren Störungen bleibt, sollten bei diesen Patienten Referenzwerte der Nieren-, Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenfunktion bestimmt werden und es sollte eine regelmäßige Langzeitüberwachung mit Lithium-Spiegel-Bestimmungen und Dosis-Anpassungen erfolgen.

1-Shine et al. Long-term effects of lithium on renal, thyroid, and parathyroid function: A retrospective analysis of laboratory data. Lancet, 20 May 2015

 

 

 

 

 

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