Das kolorektale Karzinom ist mit einer deutschlandweiten Inzidenz von über 40/100.000 jährlich eine häufige Krankheit. Unter den krebsbedingten Todesursachen in Deutschland liegt das kolorektale Karzinom für Frauen und Männer je auf dem zweiten Platz. Zu 90 % findet sich ein kolorektales Karzinom bei über 50 -jährigen Personen. Risikofaktoren sind neben genetischen Faktoren und Risikoerkrankungen, wie Colitits ulcerosa, bestimmte Ernährungsweisen (ballaststoffarm, fett- und fleischreich) und Lebensstilfaktoren (Zigarettenrauch, Alkoholkonsum). Zur Früherkennung des Karzinoms wird eine Koloskopie mit digital-rektaler Untersuchung oder ein fäkaler Okkultblut-Test durchgeführt. Obwohl die Koloskopie der Gold-Standard für die Früherkennung von kolorektalen Krebs ist, entkommt eine signifikante Anzahl an Adenomen (Polypen) noch immer der Standard-Koloskopie. Der Grund hierfür ist, dass die Adenome in Kolonfalten und -flexuren versteckt sind. Durch eine neuartige Technik in der Koloskopie versucht man diese Herausforderung besser zu meistern um mehr Adenome aufspüren zu können.

Diese nennt sich Ballon-Koloskopie, bei der ein luft- oder flüssigkeitsgefüllter Ballon mit dem Endoskop in das Kolon mit eingeführt wird. Der Ballon befindet sich dabei hinter der Kamera. Unmittelbar vor dem Zurückziehen des Endoskops wird der Ballon aufgeblasen, wodurch sich die Darmwand strafft und die Faltungen und Flexuren vorübergehend aufgehoben werden. Mit der Kamera kann so ein annähernd gerades Darmrohr betrachtet werden. Eine schematisierte, sowie eine in-vivo Demonstration des Herstellers (G-EYE Endoskop von Smart Medical Systems aus Ra'ananana in Israel). Eine aktuelle Studie untersuchte die Fähigkeit der neuartigen Ballon-Koloskopie zum einen mehr Adenome zu entdecken und zum anderen die Übersehensrate im Vergleich zur Standard-Koloskopie zu beurteilen.

Die Studie war eine multizentrisch, randomisierte, prospektive, kontrollierte Studie mit über 40 -jährigen Patienten, die eine Koloskopie zur Früherkennung oder zur diagnostischen Abklärung (beinhaltet auch Überwachung) erhielten. Bei den Patienten wurde am selben Tag eine aufeinanderfolgende Tandem-Koloskopie durchgeführt. Patienten der Gruppe A erhielten eine Standard-Koloskope und nachfolgend eine Ballon-Koloskopie, Patienten der Gruppe B erhielten eine Ballon-Koloskopie und nachfolgend eine Standard-Koloskope. Die Erkennung des Adenoms und die Übersehensrate wurden zwischen den beiden Koloskopie-Verfahren verglichen.

Insgesamt wurden 126 Patienten in die Studie aufgenommen, davon waren 60 Probanden in Gruppe A und 66 Probanden in Gruppe B. Die Übersehensrate der Adenome war mit der Ballon-Koloskopie signifikant geringer als mit der Ballon-Koloskopie (7,5 % vs. 44,7 %; P 0 0,0002). Die Erkennung zusätzlicher Adenome mit der Ballon-Koloskopie war signifikant (81,0 %; p = 0,0002).

Vor allem wurde eine relative höhere Anzahl an Adenomen im aszendierenden Kolon durch die Ballon-Koloskopie (41 % vs. 14 % mit Standard-Koloskopie) entdeckt.

Fazit: Die Technik der neuartigen Ballon-Koloskopie erlaubt es signifikant mehr Adenomen als mit der Standard-Koloskopie zu entdecken und weniger zu übersehen (8% vs. 45%).

Die Ballon-Koloskopie hat das Potential die Effektivität der kolorektalen Früherkennung von Krebs und der Koloskopie zur weiteren Überwachung zu erhöhen.

1-Halpern et al.: Comparison of adenoma detection and miss rates between a novel balloon colonoscope and standard colonoscopy: A randomized tandem study. Endoscopy. 2015 Mar;47(3):238-44

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4-Innere Medizin, Gerd Herold et al., 2013, S. 490 – 496 

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