Bei stationären Patienten die an Leberzirrhose erkrankt sind, ist insgesamt ein erhöhtes Risiko für Stürze. Der oft schlechte Zustand der Patienten, unter anderem das Vorhandensein von hepatischer Enzephalopathie, niedrigem Blutdruck (Volumen-Verteilung, oft Beta-Blocker-Therapie) und die Polymedikation sind dafür mögliche Gründe. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte die spezifischen Risikofaktoren für das Sturzrisiko der Leberzirrhose-Patienten.

Insgesamt wurden 1749 Patienten, die zwischen 2010 bis 2013 in der Hepatologie-Abteilung einer Klinik behandelt wurden, in die Studie aufgenommen.

55 (3.1%) erlitten einen Sturz.

Nach Anpassung der Daten für hepatische Enzephalopathie, war die Therapie mit Benzodiazepinen (OR 6.59) und Neuroleptika (OR 3.79) mit einem erhöhten Sturz- und Verletzungsrisiko assoziiert. Mit anderen Worten erhöhten Benzodiazepine und Neuroleptika das Sturzrisiko um etwa das 7 fache bzw. das 4 fache.

Das Sturzrisiko der Leberzirrhose-Patienten war im Vergleich zu anderen internistischen Patienten nicht signifikant erhöht, jedoch das Sturz-Verletzungsrisiko (OR 3.37).

Fazit: Psychiatrische Medikamente (Benzodiazepine, Neuroleptika) sind mit einem erhöhten Risiko für Stürze und vor allem Sturz-bedingten Verletzungen assoziiert.

Simple-trade-Anmerkung: Einige der Leberzirrhose-Patienten sind Sucht-Patienten (Alkohol, Polytoxikomanie), die gleichzeitig mit Psychopharmaka behandelt werden. Bei dieser Patientengruppe sollten die Ärzte die Dosierung soweit anpassen, dass die Vigilanz nicht erheblich beeinträchtigt wird.

1-Tapper et al. Psychoactive medications increase the risk of falls and fall-related injuries in hospitalized patients with cirrhosis. Clin Gastroenterol Hepatol. 2015 Sep;13(9):1670-5

 

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