Entgegen der Empfehlungen wird der Hämoccult-Stuhltest (FOBT, fecal occult blood testing) oftmals auch dann weiterhin jährlich durchgeführt, wenn zuvor die Koloskopie unauffällig war. Eine aktuelle prospektive Studie in "American Journal of Gastroenterology" untersuchte, wie häufig bei positivem Hämoccult-Stuhltest überhaupt Adenome oder Karzinome mittels Koloskopie gefunden werden, und in welchen Intervallen ein Hämoccult-Stuhltest nach einer negativem Koloskopie-Befund durchgeführt werden sollte.

Insgesamt wurden 1119 asymptomatische Patienten im Alter ?50 Jahren mit einem durchschnittlichen Risiko und positivem Hämoccult-Stuhltest prospektiv untersucht; die Stratifizierung erfolgte anhand der Zeitspanne bis zur letzten negativen Koloskopie (keine, >10 Jahre, 5-10 Jahre oder <5 Jahre). In jeder der Gruppen wurde der Anteil von Patienten mit Adenom jeglicher Größe, Adenom ?10?mm, fortgeschrittenem Adenom (dysplastisches Adenom) oder Karzinom bestimmt.

Die vier Gruppen zeigten keine Unterschiede im durchschnittlichen Alter (68,9 ± 9,6 Jahre), Geschlecht (95,2% männlich) und Rasse (48,1% Angloamerikaner, 32,1% Afroamerikaner, 15,6% Hispanoamerikaner und 4,2% andere).

Adenome jeglicher Größe wurden bei 42,8% der Patienten detektiert, Adenome ?10?mm bei 14,7%, fortgeschrittene Adenome bei 20,7% und Karzinome bei 7,3% der Patienten.

Fortgeschrittene Adenome fanden sich bei 30,4% der Patienten, bei denen nie eine Koloskopie durchgeführt wurde, bei 27% der Patienten mit Koloskopie mehr als 10 Jahre zuvor, bei 10,0% der Patienten mit Koloskopie 5-10 Jahre zuvor und bei 1,1% der Patienten mit Koloskopie weniger als 5 Jahre zuvor.

FAZIT: Asymptomatische Patienten mit durchschnittlichem Risiko und negativer Koloskopie innerhalb der letzten 5 Jahre zeigten eine niedrige Prävalenz von Adenomen; außerdem wurde bei keinem der Patienten ein Karzinom festgestellt. Die Ergebnisse unterstützen die Empfehlung der CDC (US-Gesundheitsbehörde), einen Hämoccult-Test nach einer negativen Koloskopie erst nach 5 Jahren zu wiederholen.

NACHTRAG: Eine weitere Studie (2) in "Gut" zeigte im Oktober 2015, dass höhere Hämoglobin-Konzentration im FIT-Stuhltest bei Patienten, die wegen eines positiven Stuhltests koloskopiert wurden, mit einem erhöhten Darmkrebs-Risiko assoziiert ist.

Bei fäkale Hämoglobin-Konzentration (FHbC) 100-149?g?Hb/g faeces aRR=2.55, und bei FHbC, ?150?g?Hb/g faeces aRR=2.74.

Bei älteren Patienten mit erhöhter fäkaler Hämoglobin-Konzentration bei FIT-Stuhltest, sollte eine erneute oder baldige Koloskopie in Erwägung gezogen werden, insbesondere dann wenn die Koloskopie-Vorbereitung suboptimal war.

iFOBT oder auch FIT ist ein immunchemischer Test auf Hämoglobin im Stuhl. Bei FIT ist im Gegensatz zum bekannten Hämoccult-Test eine quantitative Messung der Konzentration des Hämoglobins in der Stuhlprobe durch Antikörper möglich.  

1-Liu et al. Annual fecal occult blood testing can be safely suspended for up to 5 years after a negative colonoscopy in asymptomatic average-risk patients. Am J Gastroenterol. 2015 Sep;110(9):1355-8 

2- Chiu et al. Faecal haemoglobin concentration influences risk prediction of interval cancers resulting from inadequate colonoscopy quality: Analysis of the Taiwanese Nationwide Colorectal Cancer Screening Program. Gut 2015, Oct 29

 

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