Commotio cerebri (Gehirnerschütterung) ist ein leichtgradiges Schädel-Hirn-Trauma. Meist geht sie mit einer nur wenige Minuten dauernden Bewusstlosigkeit einher, dabei können kurzzeitig retro- und anterograden Amnesien auftreten. Häufige Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen (2).

Eine aktuelle Studie in "Pediatrics" untersuchte die optimale Dauer der Schonung und Outcome bei Kindern und Jugendlichen, die nach einer akuten Gehirnerschütterung aus der pädiatrischen Notaufnahme in Wisconsin in den USA entlassen wurden.

Insgesamt wurden 88 Patienten (Alter 11 bis 22 Jahre), die sich in der pädiatrischen Notaufnahme wegen einer Gehirnerschütterung innerhalb von 24 Stunden vorgestellt hatten, in die Studie rekrutiert.

Alle Patienten wurden neurologisch untersucht, und für strikte Ruhe 5 Tage lang oder für die übliche Versorgung (1 bis 2 Tage Ruhe, anschließend schrittweise Wiederaufnahme der üblichen Aktivitäten) randomisiert. Patienten führten ein Tagebuch über ihre geistigen und körperlichen Aktivitäten, berechneten den täglichen Kalorienverbrauch und notierten die Folge-Symptome. Tests für neurokognitive Fähigkeiten und Gleichgewicht wurden an den Tagen 3 und 10 durchgeführt. Die Ergebnisse:

Beide Gruppen berichteten eine 20%-ige Abnahme des Energieverbrauchs und der körperlichen Aktivitäten in den ersten 5 Tagen. Die Teilnehmer in der 5-Tage-Interventionsgruppe (5 Tage strikte Ruhe) fehlten in den ersten 5 Tagen nach der Verletzung häufiger in der Schule als die Teilnehmer der Kontrolle-Gruppe (3.8 vs. 6.7 Stunden). Zwischen den beiden Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede in dem neurologischen Outcome. Die Symptome der Gehirnerschütterung besserten sich in der Interventionsgruppe wesentlich langsamer als in der Kontrollgruppe (Total-Symptom-Score nach 10 Tagen: 187 vs. 131).

Fazit: Verlängerte strikte Ruhe für Kinder/Jugendliche nach einer Gehirnerschütterung brachte keine Vorteile gegenüber der üblichen Vorgehensweise. Patienten, die sich lediglich 2 Tage streng schonten, und ihre Aktivitäten anschließend allmählich steigerten, hatten sich von der Gehirnerschütterung schneller erholt, als die Patienten mit 5 Tage strikter Ruhe.

Anmerkung: Eine weitere Studie hatte 2014 ähnliche Ergebnisse gezeigt (2).

1-

2-Siehe auch: Dauer und Verlauf von Symptomen nach einer Gehirnerschütterung bei jungen Menschen, 2014

 

 

 

 

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