Frei#  Bisher ging man davon aus, dass Frische Blutkonserven (EK: Erythrozyten-Konzentrat) bei schwerkranken Patienten auf der Intensivstation durch bessere Sauerstoff-Sättigung und weitere metabolische Effekte das Outcome verbessert. Bisher liegen jedoch keine Daten aus der Praxis darüber. Eine aktuelle Studie in NEJM untersuchte, ob frische Blutkonserven im Vergleich zu den älteren tatsächlich die Prognose der Patienten auf der Intensivstation verbessert (1).

In der Multizenter-Studie aus Kanada und Europa zwischen 2009 und 2014 erhielten insgesamt 1211 Patienten auf der Intensivstation frische Blutkonserven (mittlere Lagerungszeit 6 Tage) oder ältere Blutkonserven ((mittlere Lagerungszeit 22 Tage). Die Ergebnisse:

Nach 90 Tagen starben 448 Patienten (37%) in der Frisch-EK-Gruppe und 430 (35%) in der Standard-EK-Gruppe. Somit war die Mortalität in beiden Gruppen ähnlich, auch nach Anpassung der klinischen Variablen.

Fazit: Die Verwendung der frischen Blutkonserven im Vergleich zu „älteren" Blutkonserven verbesserte die 90-Tages-Mortalität nicht. Somit hatte das Alter der Erythrozyten-Konzentrate keinen Effekt auf die Prognose der schwerkranken Patienten auf der Intensivstation.

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