Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT: Mindfulness-based cognitive therapy; 2) kombiniert die neue Therapie-Methode Achtsamkeitstraining mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) zur Prävention von Rückfällen bei Patienten, die bereits depressive Episoden hatten. Beim Achtsamkeitstraining lernen die Teilnehmer auf hier und jetzt zu achten und zu konzentrieren. Eine aktuelle Studie (1) in "Lancet Psychiatry" untersuchte die Wirksamkeit der achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie zur Verhinderung der Depressions-Rückfälle.

Menschen mit einer Vorgeschichte mit rekurrierenden Depressionen haben insgesamt ein erhöhtes Risiko für Wiederauftreten der depressiven Episoden. Erhaltungstherapie mit Antidepressiva für mindestens 2 Jahre ist die derzeit empfohlene Therapie. Viele Patienten wollen jedoch keine Langzeit-Antidepressiva-Therapie und suchen nach Alternativen. Frühere Studien haben Hinweise geliefert, dass (MBCT: Mindfulness-based cognitive therapy; 2) das Rückfall-Risiko bei depressiven Patienten verringern kann, bisher gab es jedoch keine Studie, die MBCT mit Antidepressiva-Erhaltungstherapie verglich. Eine aktuelle Studie (1) in "Lancet Psychiatry" untersuchte, ob eine Abdosierung/Absetzung der Antidepressiva unter MBCT bei Patienten mit rezidiverenden schweren Depressionen effektiver als kontinuierliche Antidepressiva-Therapie ist.

In der Studie aus England wurden 424 ambulante Patienten mit sich wiederholenden schweren Depressionen in der Anamnese, die sich derzeit in der Remission befanden, entweder für MBCT-Therapie oder Antidepressiva-Therapie 24 Monate lang randomisiert. In der MBCT-Gruppe wurden die Antidepressiva unter achtsamkeitsbasierter kognitiver Therapie abdosiert. In der Standardtherapie-Gruppe erhielten die Patienten ihre Erhaltungs-Antidepressiva-Therapie weiter ohne MBCT.

Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) war ähnlich wirksam wie Antidepressiva zur Vorbeugung der Rückfälle bei Patienten mit schweren Depressionen in der Vorgeschichte. Beide Therapien waren mit einem guten Outcome hinsichtlich der Rezidiv-Häufigkeit, residualen depressiven Symptomatik und Lebensqualität assoziiert (HR 0,89).

Anmerkung: Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ist zwar nicht besser, jedoch genauso wirksam wie die Antidepressiva-Erhaltungstherapie. Somit ist MBCT bei Patienten, die keine Pillen auf Dauer einnehmen wollen, durchaus eine Alternative.

Eine weitere Fragestellung, die aus den Ergebnissen dieser Studie ergibt, ist, ob eine Kombinationstherapie aus Antidepressiva plus MBCT bei schwerst-depressiven Patienten eine wirksamere Rezidivprophylaxe als die jeweiligen Monotherapien wäre.

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2-Mit Achtsamkeit gegen Depressionen: Nicht nur mit Pillen lässt sich ein Rückfall in die Depression vermeiden. Eine neue Therapie ist genauso wirksam, 27.04.2015 http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-04/depression-antidepressiva-therapie

 

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